Random Tiger

A.P.L.: Du möchtest nicht in der Öffentlichkeit auftreten und eigentlich auch kein Interview mit uns machen. Schließlich haben wir uns darauf geeinigt, dass wir eine Frage fragen und Du uns wenn möglich ausschweifend darauf antwortest.

Random Tiger: Genau so.

Kolkata Taxis: aufgenommen 2010 mit einer Canon PowerShot G11 in Kolkata, Indien

A.P.L.: Wir werden regelmäßig limitierte Art-Prints und Überraschungen in unserer Wunderkammer von Dir veröffentlichen und sind sehr glücklich darüber, dass wir das exklusiv machen dürfen. Natürlich sind wir neugierig, wie Du zur Fotografie gekommen bist, wie und was Du fotografierst und evtl. schon veröffentlicht hast - und natürlich ob Du Fotografie sammelst?

Random Tiger: Ich hatte das große Glück, in der Welt rumzukommen und hunderte von Dia-Filmen analog zu verknipsen. Zum Beispiel mit einer gelben Minolta Unterwasser-Kamera, mit einer Einsteiger Canon Spiegelreflex Kamera und später mit einer Mittelklasse Pentax. Für die Canon habe ich mir mein erstes Tele-Objektiv geleistet und während des Studiums gleich ganz erfolgreich einige Bilder in der Presse veröffentlicht - z.B. das Titelbild einer auflagenstarken Mitglieder-Zeitschrift. Presse hatte sich durch Zufall ergeben und war eine kurze Episode. Mein Fokus lag bis Anfang diese Jahrtausends klar auf Travel- und Dokumentarfotografie. Galapagos (Equador), Guatemala, Karibik, Mauritius oder Indien - dort entstanden meine wichtigsten analogen Fotos.

Wild Life: aufgenommen 2003 mit einer Pentax Spiegelreflex Kamera und einem lichtstarken Objektiv von Sigma - Galapagos Islands, Equador

Um die Jahrtausenwende fotografierte ich mit den ersten kleinen Digitalkameras. Und 2006 dann mit der spektakulären ersten digitalen Spiegelreflexkamera mit Wechselobjektiv, die eine ständige Live-View-Anzeige auf einem klapp- und schwenkbaren Monitor an Bord hatte - ein Meilenstein der digitalen Fotografie, die Olympus E-330. Aber erst drei Jahre später hatte ich dann zum ersten mal eine digitale Lieblingskamera in den Händen. Die Canon Powershot G11. Damit sind z.B. auch meine Kolkata Taxi Mitzieher entstanden, die es bei Euch als Art Prints zu kaufen gibt. Wieder ca. drei Jahre später, Anfang 2013 habe ich mir die Fuji X Pro 1 gekauft und es war um mich geschehen. Wenn ich nicht mit meinem iPhone fotografiere, hole ich heute immer noch eine Fuji X Pro und ein Fuji Fixfokus Objektiv aus dem Schrank.

Als ich 2019 ausgedehnte Spaziergänge und Fahrten durch den Chitwan National Park in Nepal machte, entdeckten wir hin und wieder ganz zufällig auch frische Tigerspuren. Natürlich war das Adrenalin und die Kamera am Anschlag. Aber leider hat sich nie ein Random Tiger live sehen lassen. Mein Guide sagte, dass es nicht um Randomness, sondern um Fate gehe. Das Schicksal hat es einfach nicht vorgesehen, dass ich einen wilden Tiger fotografiere. Dafür allerhand Panzernashörner - Babys, Mütter, Bullenkämpfe. Und dafür bin ich schließlich auch nach Chitwan gereist. Also doch: “You can always get what you want”. Ich durfte stundenlang Panzernashörner beobachten und kann mir jetzt ganz gut vorstellen, wie es bei den Dinosauriern zuging.

Wanna Drink?: aufgenommen 2019 mit einem iPhone im Chitwan National Park, Nepal.

Da mich religiöse Still Life Motive faszinieren und ich mit verschiedenen Smartphones und Kameras auch immer mehr davon fotografiert habe, kam mir 2022 die Idee, 10×10 Squares gedruckt auf HD-Metal, Alu-Dibond oder Foto unter Acryl Glas zu verkaufen. Dafür braucht man natürlich einen Namen bzw. eine Brand und ich erinnerte mich an die Tiger-Spuren in Nepal. Es entstand ein tolles Logo und einige schöne Bilder, aber als es wirklich darum ging, die Bilder zu verkaufen, habe ich gemerkt, dass ich nicht dafür brenne. Jetzt bin ich um so glücklicher, dass wir uns getroffen haben, und Ihr Euch für mich darum kümmert.

Gibt es “Ramdomness” ohne “Fate,”

Zufall ohne Schicksal?

Kolkata Shrine: aufgenommen 2010 mit einer Canon PowerShot G11 in Kolkata, Indien

A.P.L.: Da war noch die Teilfrage rund ums sammeln …

Random Tiger: Oh, klar, ich sammle z.B. Fotobücher. Heute sagt man auch ganz gerne Coffee Table Books. Wahrscheinlich überrascht es Euch nicht, dass ich ein großer Fan von Steve McCurry bin. Aber ich liebe auch Alec Soth, Martin Parr und vor allem Fred Herzog. Immer wenn ich länger mal keinen großen Antrieb habe selbst zu fotografieren, schlage ich ein Fotobuch auf und ich bin komplett inspiriert. Das wirkt so sicher wie Kaffee.

A.P.L.: Wir sind uns sicher, dass Deine Bilder eine ähnliche Wirkung habe könnten und empfehlen deshalb dringend, schnell ein limitiertes Art Print zu kaufen - noch besser, Deine Taxi-Serie zu sammeln.

Herzlichen Dank für das Gespräch.



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Kerstin Schuck

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Nele Peye