Herr Braun und Herr Murr
A.P.L.: Herr Braun (Dscharli), Du hast viele Jahre bei Haindling Musik gemacht, an der Kunsthochschule etwas über visuelle Kunst gelernt, Du bist Schauspieler und zusammen mit Herrn Murr Bayerischer Märchen- und Geschichten-Onkel. Ganz kurz, was muss man über Dich wissen, um zu verstehen, wie es dazu gekommen ist?
Dscharli: Am Anfang stand immer die Frage: Wie geht´s eigentlich weiter? Dann hat sich plötzlich eine Gelegenheit ergeben. Und ich hab´ einfach zugepackt. Dann hieß es natürlich alles geben, mit der Kraft der Verzweiflung (ich war ja in allem Autodidakt) und viel Leidenschaft. Schließlich war es auch wichtig zu erkennen, wenn etwas für mich keine Zukunft hatte. Denn einige meiner künstlerischen Versuche und Konstellationen haben zwar zum Erfolg geführt, viele sind aber auch gescheitert. Also abhaken, wenn´s nicht funkt und was anderes probieren. Mittlerweile steht das Menschliche bei mir an erster Stelle.
“Mit der Kraft der Verzweiflung.” Dscharli live.
A.P.L.: Herr Murr (Stefan), Du bist gleich nach Brad Pitt und Ryan Gosling unser Lieblingsschauspieler (muss man nicht verstehen…) Nach Abschluss an der Otto-Falckenberg Schauspielschule, hast Du u.a. auf den renommiertesten Bühnen Münchens gestanden. Warum bzw. wie bist Du Schauspieler geworden?
Stefan: Es gab während der Gymnasium-Zeit drei Auslöser dafür. Ich war nicht der beste Schüler… und da es die Gerüchte gab, im Wahlfach Dramatisch Gestalten (also in der Theatergruppe) gäbe es relativ leicht gute Noten, mit denen man manche nicht so gute Note ausgleichen könnte, war das erste Interesse geweckt. Der 2. Moment, der die Idee abstrakt hat wachsen lassen, war ein Schulbesuch in den Münchner Kammerspielen bei „Prinz Friedrich von Homburg“. Das hat mich wirklich umgehauen. Und last but not least, hatte ich das Glück im letzten Schuljahr die Hauptrolle im Schultheater zu spielen. Und da war endgültig der Wunsch im Kopf… wenn auch sehr abstrakt, weil ich eigentlich aus einer Beamten-Familie komme. Also eigentlich weit weg davon.
Logisch, Schauspieler halt.
A.P.L.: Stefan, in einem Interview mit dem Bayerischen Fernsehen hast Du kürzlich gesagt: “ Es muss was für die Kinder geben, das die Erwachsenen nicht nervt”. Anscheinend habt Ihr hier ein geheimes Rezept gefunden. Verrätst Du uns etwas über die Zutaten?
Stefan: Das ist wie in jeder guten Küche natürlich geheim. Aber was ich sagen kann ist, dass man die Kinder ernst nehmen muss. Man kann denen ruhig was zutrauen! Dadurch wird der Humor automatisch „erwachsener“. Abgesehen davon, sind wir beide ja auch "Erwachsene". Aber haben die Kinder in uns nicht verloren. Zum Glück. Ich finde nämlich „kindisch“ sein nix schlimmes. Im Gegenteil.
Noch ein Schauspieler: Heinz-Josef Braun (Dscharli)
APL: Dscharli, Ihr seid seit über 16 Jahren mit Euren Bayerischen Märchen unterwegs. Ihr schreibt, komponiert und spielt die Stücke. Und Du hast einen ganz eigenen Stil geprägt, um Eure Arbeit zu illustrieren. Wie würdest Du Deine Bilder jemanden beschreiben, der sie noch nicht kennt? Was ist Deine Inspiration dafür? Orientierst Du Dich an etwas oder jemandem?
Dscharli: Mein Lieblings - Märchen - Illustrator ist Svend Otto S.. Seine Bilder sind von einer phantastischen Lebendigkeit. Ich habe mich aber nie an ihm orientiert. Ich orientiere mich nur an unserer fertigen Geschichte und fange mit Bleistift-Zeichnungen an. Wenn eine so entstandene Figur auf dem Blatt wirklich lebendig wird, quasi beginnt, mit mir zu sprechen, schicke ich diese Skizze dem Stefan. Nach einigem produktiven hin und her entwickeln sich die Figuren so noch einmal entscheidend weiter. Die finalen Bilder male ich dann mit Acryl auf Leinwand, relativ groß. Wenn sie echt, plastisch und lebendig wirken, werden sie fotografiert und dann für die CD und die Plakate grafisch weiter verarbeitet.
On Air: Ratten-Radio
Aktuelles Programm:
“Sonne im Gepäck”
Großmutter, warum?
Kult:
“Das Bayerische Rotkäppchen”
A.P.L.: Auf was dürfen wir uns noch freuen von Euch? Was sind Eure Pläne, gerne auch Träume?
Dscharli: Gerne mal eine Österreich Tour.
Stefan: Und ich würde wahnsinnig gerne mal im Circus Krone auftreten. Dscharli hat das ja schon hinter sich.
Dscharli: Ja, aber mit z.B. Radio Plapperzahn, das wäre schon der Hammer.
Für Jung und Alt. Stimmt. Ich war dabei.
Stefan: Aber ehrlich gesagt, könnte es sonst einfach so weitergehen. Wir verstehen uns blendend, nicht nur bei der Arbeit. Und sind noch dazu immer wenn wir uns sehen kreativ. Es gibt zwischen uns keine Blockaden.
Dscharli: Es wird definitiv noch ein paar weitere Geschichten geben, in erster Linie natürlich für Kinder, aber auch für Erwachsene wie z.B. unseren Jennerwein.
A.P.L.: Auf welche Frage habt Ihr noch gewartet?
Dscharli & Stefan: Genau auf die.
A.P.L.: Und, was sagt Ihr?
Dscharli & Stefan: Puh! Die kam jetzt so überraschend, dass uns gleich gar keine Antwort einfällt.
Herr Murr & Herr Braun
A.P.L.: Die Fragen der Fragen: Was habt Ihr mal gesammelt, was sammelt Ihr aktuell und was wollt Ihr irgendwann mal sammeln?
Dscharli: Als Kind habe ich Fußball - Bilder und Briefmarken gesammelt. Mittlerweile habe ich eine beachtliche Sammlung von Musikinstrumenten. Aber das ist ja nicht sammeln im eigentlichen Sinn. Denn diese Musikinstrumente werden ja alle gespielt und auch bei unseren Aufnahmen, speziell bei Radio Plapperzahn, eingesetzt.
Stefan: Ich hab auch als Kind wahnsinnig gern Fußball - Bilder gesammelt, eingeklebt, getauscht. Und mit meinem Junior ging das dann wieder los. Im Moment sammle ich ehrlich gesagt nichts. Kurzzeitig haben Dscharli und ich mal Tennisschläger gesammelt. Ich würde in Zukunft sehr gerne Kunst sammeln. Vielleicht fang ich damit direkt hier bei euch an!
A.P.L.: Das ist ja jetzt ein echtes Happy End. Hätte ich aber auch nicht anders erwartet. Stefan fängt an, Art Prints zu sammeln. Ich flipp aus.
Lieben Dank für das Gespräch