Daniela Könn
A.P.L.: Du bist in der Nähe von Heidelberg geboren, hast in Darmstadt Grafik Design studiert und bist nach dem Studium gleich nach New York gezogen. Wie kommt man denn auf so eine Idee?
Daniela: Das war eher eine Laune des Schicksals und kein durchdachter Plan! Ich war - im Gegenteil - ein Fan der Westküste, besonders der Natur und der Designszene dort. Aber dann habe ich bei einem Besuch meinen späteren Lebensgefährten kennengelernt, der in New York lebte. Ein paar Monate später bin ich inklusive Hund zu ihm gezogen. Aber ich war in dieser Zeit auch in einer Phase, in der ich innerlich sehr frei und offen für Neues war. Ich war gerade erst fertig mit dem Studium, hatte einen hohen Anspruch an meinen Beruf und ‚Idole‘, die plötzlich vor der Tür arbeiteten. Also habe ich mich bei sehr renommierten Studios beworben, weil ich wissen wollte, ob ich auf diesem Niveau bestehen kann. Dann hat ein bekannter Designer meine Arbeit gesehen und positiv darauf reagiert, und so kam ich zu meinen ersten Job in New York. Das war eine Zeit voller aufregender Ereignisse. Einige Jahre später haben wir dort unser eigenes Designstudio gegründet, aus dem dann irgendwann auch “pleased to meet” entstanden ist. Die Jahre in New York haben mich geprägt und vieles was heute ist, hat seinen Ursprung in dieser Zeit. Manchmal denke ich etwas melancholisch an New York zurück. Ich war schon mehr als 10 Jahre nicht mehr dort.
Pleased to meet Studio von Daniela Könn
A.P.L.: Nach New York ging es nach Berlin, wo Du mit Deinem Partner eine eigene Marke gegründet hast. Heute findet man die Artworks mit dem Label “pleased to meet” auf Produkten bzw. in Läden auf der ganzen Welt wieder. Und demnächst auch bei Art.Print.Love. ;-) Wie würdest Du “pleased to meet” jemanden beschreiben, der noch nie etwas von Dir gesehen hat?
Daniela: Das passiert häufig und ich antworte unterschiedlich, je nachdem wie ich mein Gegenüber einschätze. Aber die Basis ist vermutlich ein charakteristischer Illustrationsstil mit viel Leichtigkeit und Liebe zum Detail. Und natürlich hochwertige Papeterie. Ich mag den Spruch, der auf meinem Schaufenster steht: „Stories on paper“.
“Story on Paper”: Limited Art Print Guatemala Masquerade
A.P.L.: Bei der Vorstellung auf Deiner Website heißt es, dass Dein Stil “oft als skandinavisch, japanisch oder amerikanisch” bezeichnet wurde. Wie siehst Du das heute, was inspiriert Dich, was macht Dich einzigartig?
Daniela: Was ich damit sagen will ist, daß man mich nicht so richtig einordnen konnte als die Produkte auf den Markt kamen. Es war damals neu. Ich würde sagen, daß ich die Leichtigkeit der Motive aus New York mitgenommen habe, auch die Sprache auf den Produkten ist eher flapsig. Das Minimalistische und Reduzierte dagegen ist etwas, was man mit Japan verbindet. Ich persönlich fühle mich gut mit dem 'nicht zu einordnendem' Image. Das bin ja auch irgendwie ich, mit meinen vielen unterschiedlichen Lebensetappen. Ich beobachte einfach sehr gerne. Ob ich einzigartig bin, weiß ich nicht, es wäre schön. Aber ich kann zumindest von mir behaupten, daß sich mein Stil schon in sehr alten Arbeiten von mir abgezeichnet hat, und daß ich diesen Weg einfach weiter gegangen bin.
Art. Print. Love. Hund “Juni” besucht Daniela und ihren Hund
A.P.L.: Du hast in der Hans Sachs Straße mitten in München ein Büro mit “Flagship-Store”. Dort kann man Dich antreffen und im Sortiment von “pleased to meet” stöbern. Was ist das wichtigste Feedback, das Du von Deinen Kunden bekommst? Äußern die Kunden auch Wünsche?
Daniela: Ich freue mich immer, wenn Menschen mir erzählen, daß sie meine Produkte in irgendeiner Ecke auf der anderen Seite der Welt gekauft haben und sie dennoch sofort wiedererkennen. Das heisst für mich, daß mein Stil einprägsam ist. Natürlich freut es mich besonders, wenn jemand einen Druck von mir kauft - das ist eigentlich das größte Kompliment. Ich unterhalte mich oft mit Menschen, die in mein Studio kommen. Ihre Geschichten können inspirierend sein. Da gibt es viele nette Stammkunden, aber es kommen auch Touristen aller Nationalitäten in den Laden, manche machen extra den Umweg für “pleased to meet” ins Glockenbachviertel. Und ja, Wünsche werden auch geäussert. Es gab schonmal ein Jahr in dem mich eine Kundin dazu überredet hat, den Jahreskalender in Grüntönen zu gestalten. Aber ich nehme auch Auftragsarbeiten an, mache Kooperation mit anderen Firmen oder zeichne Familienportraits. Man kann auch große Drucke von meinen Illustrationen bei mir in Auftrag geben.
Selbstportrait
A.P.L.: Auf was dürfen wir uns noch freuen von Dir? Was sind Deine Pläne, gerne auch Träume?
Daniela: Ich bin mitten in der Realisation meiner ersten neuen großen Kollektion, seitdem ich die Firma alleine leite. Sie hat das Thema ‚Fernweh‘. Es ist eine ganze Reihe von Notizbüchern, Journals, Grusskarten und Drucken. Ich hoffe, sie kommt gut an! Mein Traum ist ein Atelier, mit viel Sonne, am liebsten irgendwo in grüner Natur. Ich werde das irgendwann haben, da gibt es keinen Zweifel.
Blick durchs Schaufenster: Papeterie, Drucke, Journals, Karten …
A.P.L.: Auf welche Frage hast Du noch gewartet?
Daniela: Du hast mich noch nichts zu “Art.Print.Love.” gefragt. Vielleicht, was ich über euch denke?
A.P.L.: Und, was sagst Du?
Daniela: Ich finde die Idee wirklich schön, besonders da ich selbst eine Sammlerin bin. Und natürlich bin ich auch stolz darauf, daß ihr mich gebeten habt, eine Serie für euch zu machen!
A.P.L.: Die Fragen der Fragen: Was hast Du mal gesammelt, was sammelst Du aktuell und was willst Du irgendwann mal sammeln?
Daniela: Meine erste Sammlung hatte ich gemeinsam mit meinem Grossvater. Er war Grafiker und Holzschnitzer und ebenfalls sehr detailverliebt. Durch ihn kam ich zu einer wunderschönen Briefmarkensammlung, die noch immer bei mir zuhause im Regal steht. Leider hatte ich in den 80er Jahren viele Brieffreunde und einige der alten Marken sind meiner Schreibwut zum Opfer gefallen. Später habe ich Stifte gesammelt, Briefpapier und Ansichtskarten und sogar Souvenirlöffel. Das sind diese kitschigen Silberlöffel mit einer Plakette des Ortes an dem man gerade war. Dann kamen alle Arten von Döschen und Kistchen hinzu, buntes Glas, und zuletzt Tierfiguren. Momentan sammle ich vor allem Dinge, die ich auf Reisen finde, zumeist Kunsthandwerk, das mich anspricht.
A.P.L.: Gut, dass man mit Art Prints keine Briefe frankieren kann!
A.P.L.: Herzlichen Dank für das Gespräch
www.pleasedtomeet.de